Presseschau: Cannabis macht dumm, behaupten Forscher- und werden gleich von anderen Forschern widerlegt (Huffington Post Deutschland)

Einige Medien berichteten über eine Studie an der Universität von Texas (siehe heutige IACM-Informationen: „Cannabiskonsum reduzierte die graue Substanz in einer kleinen Hirnregion“). Danach ergab die Bildgebung des Gehirns von 48 Cannabiskonsumenten und 62 nicht konsumierenden Kontrollpersonen, dass Cannabiskonsumenten ein signifikant geringeres Volumen in einer kleinen Hirnregion (orbitofrontaler Gyrus) und eine höhere funktionelle Verbindung im Netzwerk des orbitofrontalen Kortex aufwiesen. Die Autoren schrieben, dass "Längsschnittstudien erforderlich sind, um die Kausalität dieser Wirkungen zu untersuchen".

Einige Medien berichteten reichlich übertrieben, die Huffington Post relativierte in einem Beitrag diese reißerische Übertreibung.

Cannabis macht dumm, behaupten Forscher – und werden gleich von anderen Forschern widerlegt

Gerade macht eine Studie die Runde. Langjähriger und regelmäßiger Cannabiskonsum kann ihr zufolge bestimmte Teile des Gehirns schrumpfen lassen.?Die Forscher der Universität Texas wollen herausgefunden haben, dass das Volumen der grauen Hirnsubstanz bei Drogenkonsumenten kleiner ist als bei den Nichtkonsumenten. Diese graue Substanz ist wesentlicher Bestandteil des Zentralnervensystems. Neueren Studien zufolge hängt ein höheres Volumen an grauer Substanz mit höheren Intelligenzwerten zusammen.

Mit anderen Worten: Cannabis soll dumm machen.
Soll.

Denn es gibt auch eine andere neue Studie des University College London, die starke Beweise dafür liefert, dass Cannabiskonsum nicht die Intelligenz verringert.

Die Forscher fanden "keine Beziehung zwischen Cannabiskonsum und einem niedrigeren Intelligenzquotienten".

Nur bei sehr starkem Konsum in der Jugend gab es Anzeichen leichter Effekte. "Es gibt bei erwachsenen Menschen keinerlei Hinweise, dass Cannabis schädlich ist", sagt Experte Dr. Franjo Grotenhermen.

Jugendliche warnt er vor Cannabiskonsum, da deren Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist. Daher sei es keine gute Idee, wenn beispielsweise ein 14-Jähriger regelmäßig Marihuana konsumiere.

Die Forscher aus der ersten Studie fanden übrigens nicht nur Negatives heraus. Denn neben den angeblich schädlichen Auswirkungen auf die graue Substanz des Gehirns habe Cannabiskonsum möglicherweise sogar positive Effekte auf die weiße Substanz.

Die weiße Substanz besteht aus Nervenfasern, die einzelne Hirnregionen miteinander verbinden. Sie regelt den kommunikativen Austausch zwischen den einzelnen Hirnarealen.

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