Das niederländische Gesundheitsministerium informiert über die Hintergründe zu den Lieferschwierigkeiten bei Cannabisblüten in Deutschland

Als Reaktion auf Fragen im Rahmen der Lieferschwierigkeiten für Cannabisblüten aus den Niederlanden für Patienten aus Deutschland gab das Büro für medizinischen Cannabis des niederländischen Gesundheitsministeriums die folgenden Informationen heraus:

“Das Büro für medizinischen Cannabis erhielt von unserem Anbauer Bedrocan BV eine E-Mail zu den Problemen mit der Lieferung des Produkts in Deutschland. Das Büro für medizinischen Cannabis (Office of Medicinal Cannabis, OMC), eine Abteilung des Ministeriums für Gesundheit, Soziales und Sport, ist für die Verfügbarkeit von medizinischem Cannabis für holländische Patienten, Forschung und Produktentwicklung verantwortlich. Medizinischer Cannabis ist in niederländischen Apotheken seit 2003 auf Rezept verfügbar. Seit 2006 erbitten Patienten aus anderen Europäischen Ländern medizinischen Cannabis vom OMC. Wenn der Bestand für holländische Patienten groß genug ist, exportiert das OMC medizinischen Cannabis, wenn ausländische Behörden dies durch Importlizenzen anfragen. In Luxemburg wurde nie so eine Importlizenz angefragt.

Über die Jahre hat die Zahl der holländischen und ausländischen Patienten langsam zugenommen. Seit 2013 veranlasste eine starke Zunahme den Anbauer des OMC zur Zunahme der Produktionskapazitäten und zur Öffnung eines zweiten Anbaustandorts. Allerdings war es nicht möglich, die erhöhte Nachfrage direkt vollständig zu erfüllen. Die Wachstumsphase dauert etwa vier Monate, wonach die Verpackung und die Analyse stattfinden müssen. In der letzten Woche erhielt das OMC eine Bestellung von etwa 15 kg von verschiedenen Cannabissorten (11 kg von der Sorte Bedrocan). Dies ist eine viel zu große Bestellung für uns. Zurzeit haben wir diese Menge nicht auf Lager. Wenn wir dies an Deutschland liefern, kann das OMC die niederländischen Patienten nicht mehr beliefern.

Um zu Ihren Fragen zurückzukommen: Nein, es gibt keine Probleme mit unserer Ernte von medizinischem Cannabis. Aber da diese große Bestellung nicht angekündigt worden war, war das OMC nicht darauf vorbereitet. Das OMC hat Kontakt zu Fagron Deutschland und zum BfArM aufgenommen. Das OMC und Fagron haben sich darüber verständigt, 5 kg Cannabissorten in den kommenden Wochen zu liefern. Die nächste Ernte wird für Anfang Dezember geplant und wird für deutsche Patienten Ende Dezember verfügbar sein. Die zweite Anbaustätte macht es möglich, in naher Zukunft aus der gegenwärtigen Bestandsituation herauszukommen.“

Das niederländische Büro für medizinischen Cannabis teilte zudem mit, dass es vielleicht sinnvoll sei, über ein deutsches Büro für medizinischen Cannabis nachzudenken.

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